Die Techniken
der präkolumbischen Goldschmiedekunst
Das zur Herstellung
der Goldobjekte verwendete Verfahren hing von der Menge und Qualität
der in der jeweiligen Region vorhandenen Metalle ab, bzw. richtete sich
nach dem späteren Gebrauch des betreffenden Gegenstandes.
Das gebräuchlichste Material
war die sog. "tumbaga", eine Gold-Kupferlegierung im Verhältnis
von bis zu 30 / 70%. Dank dieser Mischung war es möglich, den Siedepunkt
der Metalle auf 200 Grad Celsius herabzusetzen, außerdem war ihre
Konsistenz fester als ihre jeweiligen Bestandteile für sich.
Das hauptsächlich von
den präkolumbischen Goldschmieden verwendete Verfahren war das der
Wachsausschmelztechnik. Das zu fertigende Objekt wurde zunächst aus
Bienenwachs modelliert, dann in den Ton gehüllt und erhitzt, bis
das Wachs herausgeschmolzen war, danach konnte die Goldlegierung in die
entstandene Form gegossen werden. Nach dem Abkühlen wurde die Form
zerstört - d.h. jeder Guss im Wachsausschmelzverfahren war eine einmalige,
unwiederholbare Schöpfung.
Von den verschiedenen Techniken
für die Vergoldung von Oberflächen war die bekannteste die Oxidation.
Erhitzte man Objekte aus "tumbaga", oxidierte das Kupfer und
bildete einen Film an der Oberfläche, der mittels einer aus Oxal-Pflanzen
gewonnenen Säure entfernt wurde. Es verblieb eine Fläche aus
Gold, die sich nach jeder Wiederholung des Prozesses verstärkte.
Andere Techniken der Goldbearbeitung
waren Hämmern, d.h. Flachklopfen bestimmter Gußstücke
ohne Zuhilfenahme thermischer Prozesse; sowie Treiben (Repoussé-Technik),
die Relief-Verzierung einer ursprünglich glatten Folie.
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