Die präkolumbische Goldschmiedekunst

Bei den Worten „Gold" und „Kolumbien" drängt sich sofort ein Begriff auf: El Dorado.
Die Legende von El Dorado ist eine der großen Mythen der Menschheit, El Dorado, der Goldene, der sich bei seiner Einsetzung ins Herrscheramt mit Gold bedeckte und zu dessen Ehren Gold in einem See versenkt wurde, diese indianische Erzählung hat seit Jahrhunderten die Phantasie der Menschen beflügelt.
Doch trotz allen Goldes, das man zusammengetragen und geraubt hat, wurde El Dorado nie gefunden, es blieb für die Schatzsucher aus allen Zeiten bis heute nur ein Traumgebilde. Für die amerikanischen Eingeborenen jedoch wurde dieser Traum zum Alptraum. Die Indianer im heutigen Kolumbien, die Chibcha, bezahlten ihn mit der Auslöschung ihrer Kultur.
Neben den spanischen Eroberern haben Grabräuber das ihrige dazu getan, die Geschichte der altamerikanischen Völker zu verdunkeln. Da bei der Grabräuberei meist alle Befunde über Leichenbehältnisse, Kleider und menschliche Überreste, die Aufschlüsse über die Entstehung des Goldschmucks geben könnten vernichtet wurden, ist dieser oft sehr schwer zu datieren und zu lokalisieren.
Dank intensivster Forschungen lassen sich heute trotzdem verschiedene Provinzen mit charakteristischem Stil im ehemaligen Chibcha-Gebiet Kolumbiens unterscheiden: Die Funde des Hochtals von Bogotá kann man vor allem den Muisca zuschreiben, die des Cauca-Tals den Quimbaya und die der Provinz Santa Marta den Tairona. Weitere wichtige Kulturen waren die Calima, die Tolima, südwestlich vom heutigen Bogotá gelegen, die Nariño im Südwesten sowie die Sinú im Nordwesten Kolumbiens.

 
Regionen
 

Gold hatte für die Indianer eine ganz andere Bedeutung als für die Europäer, die darin hauptsächlich den Geldwert sahen. Gold war zwar wertvoll, aber es wurde nicht als Geld betrachtet. Gold bestimmte vielmehr den sozialen Rang eines Mannes, es galt wegen seiner chemischen Eigenschaften als Zeichen des Dauerhaften und Unveränderlichen, es hatte die Farbe der Sonne, und der Sonnenkult war in vielen altamerikanischen Gesellschaften verbreitet.
Für den heutigen Betrachter sind diese Goldobjekte nicht nur unter dem Aspekt der Ästhetik interessant: Da über die indianischen Ureinwohner Kolumbiens praktisch nur noch die Aufzeichnungen der spanischen Eroberer existieren, wird die Kunst zur geschichtlichen Quelle: Der einzigen, aus der die untergegangenen Völker noch selbst zu uns sprechen.

 
   
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  Die Originale unserer authentischen Reproduktionen stammen aus den auf der Karte gezeigten Kulturregionen, die sich zeitlich folgendermaßen einordnen lassen:  
Chronologie
 
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Die Techniken der präkolumbischen Goldschmiedekunst

Das zur Herstellung der Goldobjekte verwendete Verfahren hing von der Menge und Qualität der in der jeweiligen Region vorhandenen Metalle ab, bzw. richtete sich nach dem späteren Gebrauch des betreffenden Gegenstandes. Das gebräuchlichste Material war die sog. "tumbaga", eine Gold-Kupferlegierung im Verhältnis von bis zu 30 / 70%. Dank dieser Mischung war es möglich, den Siedepunkt der Metalle auf 200 Grad Celsius herabzusetzen, außerdem war ihre Konsistenz fester als ihre jeweiligen Bestandteile für sich.

Das hauptsächlich von den präkolumbischen Goldschmieden verwendete Verfahren war das der Wachsausschmelztechnik. Das zu fertigende Objekt wurde zunächst aus Bienenwachs modelliert, dann in den Ton gehüllt und erhitzt, bis das Wachs herausgeschmolzen war, danach konnte die Goldlegierung in die entstandene Form gegossen werden. Nach dem Abkühlen wurde die Form zerstört - d.h. jeder Guss im Wachsausschmelzverfahren war eine einmalige, unwiederholbare Schöpfung.

Von den verschiedenen Techniken für die Vergoldung von Oberflächen war die bekannteste die Oxidation.
Erhitzte man Objekte aus "tumbaga", oxidierte das Kupfer und bildete einen Film an der Oberfläche, der mittels einer aus Oxal-Pflanzen gewonnenen Säure entfernt wurde. Es verblieb eine Fläche aus Gold, die sich nach jeder Wiederholung des Prozesses verstärkte.

Andere Techniken der Goldbearbeitung waren Hämmern, d.h. Flachklopfen bestimmter Gußstücke ohne Zuhilfenahme thermischer Prozesse; sowie Treiben (Repoussé-Technik), die Relief-Verzierung einer ursprünglich glatten Folie.

 
     
  Indios beim Goldwaschen  
     
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Nariño-Kultur Tolima-Kultur Calima-Kultur Muisca-Kultur Quimbaya-Kultur Sinú-Kultur Tairona-Kultur